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Brüssel zahlt die Hälfte

12.05.2005

Stuttgart - Knapp ein Fünftel aller Arbeitsplätze in der Region besetzen heute un- und angelernte Arbeitskräfte. Weil diese Stellen in Zukunft immer weniger werden, heißt das Zauberwort Weiterbildung.

Rund 89 000 von 501 000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, die im Juni 2004 im Arbeitsamtsbezirk Stuttgart gemeldet waren, verfügten über keine Berufsausbildung (17,8 Prozent). Der Anteil bei den Frauen: 19,1 Prozent.
Die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS) konzentrierte sich bei ihrem Modellprojekt Mentoring für gering qualifizierte Frauen auf Arbeitskräfte, die als "schwer erreichbar und bildungsfern" gelten. Interesse daran zeigte vor allem die Metall- und Elektroindustrie. Zwischen 2001 und 2004 interessierten sich 323 zumeist über 40 Jahre alte Frauen aus acht Firmen für das Zertifikat Anlagenführerin. Laut Wirtschaftsförderer Walter Rogg brachen zwei Teilnehmerinnen die Schulung ab, alle anderen schafften gute Abschlüsse.

Nicht bekannt wurde, was die Weiterbildung den Frauen des Böblinger Halbleiterproduzenten STP brachte. Sie stellten mit 126 Teilnehmerinnen das Gros des Projekts, bevor das Unternehmen im Sommer 2003 dicht machte. Von Projektleiterin Gabriele Tiemann verschickte Fragebögen blieben meist unbeantwortet.

Insgesamt kostete das Projekt 660 000 Euro, davon kamen 360 000 Euro vom Europäischen Sozialfonds, weitere 400 000 Euro entfielen auf die beteiligten Firmen. Da das Wirtschaftsministerium Gefallen am Projekt fand, darf die WRS es fortsetzen. Für rund 1,4 Millionen Euro - die Hälfte wieder aus Brüssel - sollen bis 2007 etwa 30 Frauen Abschlüsse und weitere 270 Zertifikate erwerben.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten / Alexander Ikrat