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Fortbildung fällt vielen Unternehmen schwer

31.08.2005

Qualifizierungsprojekt der Region kommt auf den letzten Drücker zu Stande

Stuttgart - Gabriele Tiemann hat sich die Sache leichter vorgestellt. Eineinhalb Jahre haben sie und ihre Kollegin gebraucht, um ein 1,4 Millionen Euro teures Qualifizierungsprojekt für ungelernte weibliche Arbeitskräfte auf die Beine zu stellen. Zur Halbzeit atmen sie auf.

"Jetzt sind wir glücklich und zufrieden", sagt Gabriele Tiemann von der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS), die vom Land mit "Mentoring und Qualifizierung" beauftragt worden ist. Seit kurzem steht die dritte von drei berufsqualifizierenden Gruppen, die das Herz der Maßnahme bilden.
Innerhalb von drei Jahren sollen 30 Frauen Berufsabschlüsse schaffen, die schon lange arbeiten, ohne speziell ausgebildet zu sein. Weitere 270 Damen sollen die IHK-Zertifikate Anlagenführerin oder Pharmazeutische Technologie erwerben, wobei ein Lehrgang bereits abgeschlossen ist. Etwa die Hälfte der Kosten von rund 1,4 Millionen Euro übernimmt die EU, den Rest steuern die Unternehmen über die Freistellungskosten und nicht zuletzt die Teilnehmerinnen mit einer Gebühr bei.

Zwei der drei Gruppen sind allerdings auf den letzten Drücker zu Stande gekommen. Denn bis zum Abschluss dauert es eineinhalb Jahre, und das Projekt ist bis Januar 2007 finanziert. Noch im Mai waren es lediglich neun angelernte Arbeitnehmerinnen aus drei Firmen im Kreis Esslingen, die im Garp-Bildungszentrum Ostfildern Nachrichtengerätemechanikerin lernten.

Die beiden anderen Gruppen ließen auf sich warten, weil sich die angesprochenen Unternehmen schwer taten, Mitarbeiterinnen abzustellen. Während es bei den Zertifikaten mit vier Unterrichtswochen außerhalb der Firma getan ist, müssen jene bei den neuen Lehrgängen eine Woche pro Monat sowie jeden Freitag lernen - rund 18 Monate lang. Angesichts der konjunkturellen Lage lassen das viele Firmen lieber bleiben. Zumal sie laut Tiemann nur investieren wollen, wenn sie anschließend auch die entsprechenden höherwertigen Arbeitsplätze zur Verfügung stellen können. "Niemand will die Abschlüsse auf Halde produzieren."
Die Projektleiterin lässt jedoch auch keinen Zweifel daran, dass es mit der Flexibilität der Unternehmen nicht immer weit her ist. Vor allem, wenn sie für die Unterrichtsinhalte mit anderen unter einen Hut zu bringen sind. Tiemann: "Eine mühselige Arbeit." Immerhin acht machen nun mit.

Anstatt der erhofften 15 Frauen pro Gruppe lernen allerdings im IHK-Zentrum elf Teilnehmerinnen aus dem Rems-Murr-Kreis Teilezurichterin und beim Internationalen Bund in Tübingen neun Damen Maschinen- und Anlagenführerin. Jetzt hofft Tiemann, dass die Teilnehmerinnen auch bei der Stange bleiben. Damit "Mentoring und Qualifizierung" auf der Zielgeraden noch zum Erfolgsprojekt wird.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten / Alexander Ikrat