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Ungelernte Frauen drücken die Schulbank

08.03.2005

Land setzt Modellprojekt fort - Frauen ohne Ausbildung fehlt oft der Mut, sich beruflich weiterzuentwickeln. Im Rahmen eines Projekts in der Region haben mehr als 300 ungelernte Frauen, begleitet von Mentoren, einen Lehrgang absolviert. Das Land führt das Projekt fort.

Der Verband Region Stuttgart ist stolz auf seine Frauen. 323 Mitarbeiterinnen aus acht hiesigen Unternehmen haben in den vergangenen drei Jahren am Projekt "Mentoring für gering qualifizierte Frauen" teilgenommen. Die Frauen bekamen die Chance, begleitet von Mentoren einen Lehrgang zu absolvieren. Nur drei brachen die Qualifizierung ab. Der Rest der Frauen erreichte ein überdurchschnittliches Ergebnis.
An dem Projekt findet nun auch das Land Gefallen. Nach Angaben der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS), die das Modellprojekt betreut hat, soll das Konzept auf Landesebene leicht verändert fortgeführt werden. Das Nachfolgeprojekt heißt "M&Q - Mentoring und Qualifizierung" und ist eine Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium und dem Landesgewerbeamt. Es erhält voraussichtlich Mittel aus dem Sozialfonds der Europäischen Union (EU) in Höhe von 775 000 Euro.

Neu ist, dass neben dem jährlichen Lehrgang für 90 Frauen weitere 30 Teilnehmerinnen einen Berufsabschluss machen können. "Durch dieses zusätzliche Angebot wird das Projekt noch einmal aufgewertet", sagt der WRS-Geschäftsführer Walter Rogg. Betriebe in ganz Baden-Württemberg können nun das Angebot in Anspruch nehmen. Großen Wert legen die bisherigen Leiter des Modellprojekts darauf, dass die Frauen auch weiterhin von Mentoren begleitet werden. Vielen fehle das nötige Selbstbewusstsein, um Durststrecken und Lernbarrieren allein zu überwinden, beobachtet Andrea Seckinger von der WRS. "Ohne Betreuung wären viele Teilnehmerinnen auf der Strecke geblieben oder hätten gar nicht erst mitgemacht."

Eine Studie brachte das Projekt Anfang 2001 ins Rollen. Sie sollte Aufschluss darüber geben, warum Frauen keinen Gebrauch vom umfangreichen Bildungsangebot in der Region Stuttgart machen. Den Frauen fehle das nötige Zutrauen, lautete die Erkenntnis. Bei vielen liege die letzte Lernerfahrung Jahrzehnte zurück. Auch scheuten sich ausländische Frauen wegen vermeintlicher Sprachprobleme. So entstand die Idee, die Frauen bei der Weiterbildung zu betreuen. Das Modellprojekt wurde mitfinanziert von der Bundesagentur für Arbeit und den beteiligten Betrieben.

Quelle: Stuttgarter Zeitung / Akiko Lachenmann