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Lehrgang für Angelernte

05.04.2005

323 Frauen qualifiziert - Zwei Firmen aus dem Kreis Böblingen haben sich an einem Regionalprojekt beteiligt, das gering qualifizierte Frauen fördert. Durch die Schulungen soll die Arbeitslosigkeit verhindert werden. Das Konzept geht nun in die zweite Runde.

Die Zahlen bei den schlecht ausgebildeten Frauen sind alarmierend. Allein im Wirtschaftsraum Stuttgart arbeiten 40 000 Angelernte. In zehn Jahren, so die Prognose, wird ein großer Teil von ihnen keinen Job mehr haben - die Stellen werden gestrichen oder durch Maschinen ersetzt. "Viele fliegen raus, die Nachfrage nach Facharbeitern wird dagegen steigen", sagt Claus Schmiedel, der Vorsitzende der SPD-Regionalfraktion.

Zusammen mit der Rohrauer Landtagsabgeordneten Birgit Kipfer präsentierte er im Böblinger Kongresszentrum einen Weg aus dem Dilemma. Was sich hinter dem sperrigen Titel "Förderung für gering qualifizierte Frauen in der Region" verbirgt, ist ein Projekt, das künftig mehr von sich reden machen könnte. Die Idee ist: Frauen sollen im Betrieb geschult werden und eine bessere Qualifikation erlangen. Das kann die Arbeitslosigkeit verhindern. Zudem erhöht sich die Chance auf besseren Lohn, und die Frauen werden selbstbewusster. Die Firma profitiert indes von einem besseren Betriebsklima und neuen Personalressourcen.

Bereits beim ersten Pilotprojekt sind diese Ziele erreicht worden. Andrea Seckinger und Gabriele Tiemann, zwei Wirtschaftsförderinnen der Region Stuttgart, leiteten den Lehrgang in den vergangenen drei Jahren. 323 Frauen aus der Metallbranche beteiligten sich - darunter Arbeiterinnen des einstigen Sindelfinger Halbleiterherstellers STP und von der Böblinger Philips-Niederlassung.

Seit Februar läuft die 1,5 Millionen Euro teure Neuauflage. Da der Verband Region Stuttgart seine finanzielle Unterstützung aufgekündigt hat, halten vor allem die Gelder des Europäischen Sozialfonds und von privaten Unterstützern das Vorhaben am Leben. Wie viele Frauen dieses Mal mitmachen, ist offen. Während einst auch der Abschluss zur Anlagenführerin mit Kenntnissen über Maschinen erlangt werden konnte, wollen die Veranstalter heuer einen Facharbeiterabschluss zum Industriemechaniker anbieten.

Quelle: Stuttgarter Zeitung / Stephan Hack