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Berufsbegleitend zu Facharbeiterinnen ausgebildet

27.01.2007

Neun angelernte Arbeiterinnen holten im Grunbacher IHK-Bildungshaus die Facharbeiterinnenausbildung nach / 830 Unterrichtseinheiten
Die neun Frauen sind zwischen 29 und 50 Jahre Jahre alt, haben bis zu 25 Dienstjahre als angelernte Arbeiterinnen hinter sich und feierten nun den Abschluss ihrer nachgeholten Facharbeiterinnenausbildung. "Eine Leistung, die man nicht genung würdigen kann", sagte Jürgen Weiler, Leiter des Grunbacher IHK Bildungshauses, als er den neun neuen Facharbeiterinnen ihre Zertifikate überreichte.
Den besten Beweis, dass man mit 50 noch lange nicht an die Rente denken muss, lieferte Ute Kirchner, die sich von zwei Jahren zur Einstellerin bei der Robert Bosch Kunststofftechnik GmbH in Waiblingen weiterbilden wollte. Vorraussetzung dafür ist allerdings eine Facharbeiterausbildung - die sie trotz ihres 25-Jahre-Dienstjubiläums nicht vorweisen konnte. Also meldete ihr Meister sie im Juli 2005 zu dem Mentoring- und Qualifizierungsprogramm der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart an: ein Projekt zur Aus- und Weiterbildung von an- und ungelernten Arbeitnehmerinnen in Baden-Württemberg, finanziert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Wirtschaftsministeriums.
Zusammen mit acht weiteren Kolleginnen der Robert Bosch GmbH in Waiblingen und Suttgart-Feuerbach sowie der Schock Metallwerke GmbH in Urbach, begann sie vor eineinhalb Jahren die berufsbegleitende Ausbildung zur Teilezurichterin in der Lehrwerkstatt des IHK-Bildungshauses in Grunbach. In 830 Unterrichtseinheiten, verteilt auf 18 Wochen Blockunterricht und 38 Freitage, absolvierten die gestandenen Frauen das Ausbildungspensum für das junge Auszubildende zwei Jahre benötigen. Dazu gehört einiges: "Ein eiserner Wille, gepaart mit Durchhaltevermögen, Leistungsbereitschaft, körperlicher Fitness, und auch Freude am Lernen", so Gabriele Tiemannn, Koordinatorin des Projekts bei der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart.

In besonderem Maße stellte Shpresa Mahmudi diese Eigenschaften unter Beweis. Nur sechs Monate nach Beginn der Ausbildung kam ihr Baby zur Welt - und schon acht Wochen später, nach Ablauf der gesetzlichen Mutterschutzfrist, stieg sie wieder in die Ausbildung ein und hielt nun, mit berechtigtem Stolz, den Facharbeiterbrief in Händen.
Warum unterstützen Unternehmen eine solche Maßnahme? Zumal in Zeiten, da durch die neue Tarifvereinbarung ERA die Ausbildung nur noch belohnt wird, wenn sie auch in der ausgeübten Tätigkeit zum Einsatz kommt. In Zeiten auch, in denen gerade bei Bosch in Feuerbach viel von Personalab- und wenig von Personalaufbau gesprochen wird. "Auch wenn sich das Gehalt mit einer abgeschlossenen Ausbildung nicht umgehend verbessert, verbessern sich doch die Chancen der Frauen, im Unternehmen zu bleiben", versichert Franz-Ulrich Bosch, Gruppenleiter Personalentwicklung und Ausbildung bei Bosch in Feuerbach. Die Förderung durch das Unternehmen ist "auch eine Belohnung für besondere Leistungen, besonderes Engagement, Fleiß und Zuverlässigkeit; und ein sichtbares Zeichen für den Willen des Unternehmens, Frauen beruflich zu fördern", betont Peter Schmid, Leiter Personalentwicklung bei Bosch Kunststofftechnik in Waiblingen.

"Der eine wartet, bis die Zeit sich wandelt, der andere packt sie an und handelt", zitiert Jürgen Weiler, Leiter des IHK-Bildungshauses, Dante Alighieri. Die Frauen haben das dies beherzigt und - mit Unterstützung ihrer Betriebe, des Mentoring-Projekts der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart und des IHK-Bildungshaus- das Beste daraus gemacht.

Quelle: Waiblinger Kreiszeitung