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Organisation

Fortbildungsbedarfsermittlung im Unternehmen

Bei Veränderungsprozessen im Unternehmen und daraus resultierenden Personalentwicklungs- und Weiterbildungsmaßnahmen wird die Gruppe der an- und ungelernten Mitarbeiter bisher wenig beachtet. Dabei ist es lohnenswert auch diese Zielgruppe, insbesondere auch Frauen, zu berücksichtigen. So können betriebserfahrene und motivierte Mitarbeiterinnen zu Fachkräften fortgebildet werden.

Auswahl einer Bildungsmaßnahme

Sinnvoll kann ein stufenweises Vorgehen sein, indem mit „kleineren“ niederschwelligen Angeboten wie Anpassungsqualifizierungen begonnen wird. Geeigneten und interessierten Absolventinnen können dann aufbauende Maßnahmen (Zertifikat, Berufsabschluss) angeboten werden. Die Erfahrung zeigt, daß Teilnehmerinnen häufig mit wenig Selbstvertrauen starten, im Laufe der Maßnahme an Sicherheit und Interesse gewinnen, mit einem erfolgreichen Abschluß „Lust auf mehr“ bekommen und sich gerne weiterqualifizieren möchten.

Auswahl eines Bildungsträgers

Qualifizierungen werden von verschiedenen Bildungsträgern angeboten.
Bildungsträger in Baden-Württemberg finden Sie in der Bildungsanbieter-Datenbank unter www.fortbildung-bw.de.
Die Auswahl von Bildungsträger und Lehrpersonal ist entscheidend für den Erfolg der Maßnahme. Der Bildungsträger sollte bereit sein, das Unternehmen zu besuchen um sich ein Bild der Arbeitsplätze zu machen, damit Grundkenntnisse, Erfahrungen und Bedarf von Teilnehmerinnen und Unternehmen berücksichtigt werden können.
Ferner sollte der Bildungsträger Erfahrung in der Erwachsenenbildung haben, bereit sein, auf die spezielle Situation berufstätiger Frauen einzugehen und das Fachwissen zielgruppenspezifisch zu vermitteln. Gestandene Frauen möchten nicht wie jugendliche Auszubildende behandelt werden.

Bildungsinhalte

Es ist in jedem Fall sinnvoll, auf die Erfahrungen der beruflichen Praxis aufzubauen und Hintergrundwissen zur täglichen Arbeit zur vermitteln. So können die Teilnehmerinnen ein tieferes Verständnis für technische und betriebliche Zusammenhänge gewinnen.

Anpassungsqualifizierungen berücksichtigen den aktuellen und zukünftigen Bedarf des Unternehmens. Dabei können theoretische, praktische und methodische Module bedarfsgerecht zusammengestellt werden.

Die Bildungsinhalte für Zertifikatslehrgänge werden gemeinsam mit dem Bildungsträger ermittelt und bei Bedarf mit der IHK abgestimmt. Dabei können die spezifischen Bedürfnisse des Unternehmens berücksichtigt werden.

Einen umfassenderen Lernstoff, aber weniger Spielraum gibt es bei der Erlangung eines Berufsabschlusses. Die Ausbildungsinhalte der Nachqualifizierung sind von der Kammer festgelegt.

Vorhandene berufliche Praxiserfahrungen sollten in jedem Fall beachtet werden.

Die Ausbildungspläne werden in Zusammenarbeit von Unternehmen und Bildungsträger und eventuell IHK erstellt.

Vor der eigentlichen Qualifizierung für Zertifikate oder für einen Berufsabschluss sind zwei mal zwei Tage Teamtraining und „Lernen lernen“ sehr sinnvoll Dabei können die Teilnehmerinnen auf das Lernen optimal vorbereitet werden.

Bestimmung einer Mentorin

Mentoring als Unterstützung hat sich als sehr nützlich erwiesen, indem es zu Motivation und Durchhalten beiträgt. Die Mentorin/der Mentor ist eine engagierte Vertrauensperson im Betrieb, die bereit ist, die Teilnehmerinnen zu unterstützen. Es wird keine psychosoziale Betreuung erwartet, sondern Hilfestellung bei praktischen und organisatorischen Fragen. Inhalte und Themen der Mentoring-Gespräche sollten vertraulich behandelt werden.

Auswahl der Teilnehmerinnen

Anpassungsqualifizierungen sind grundsätzlich für alle Beschäftigten empfehlenswert. Höherwertige Qualifizierungen erfordern Grundkenntnisse und Erfahrungen von Seiten der Teilnehmerinnen. Dabei ist insbesondere auf ausreichende Deutschkenntnisse zu achten, in technischen und kaufmännischen Bereichen auch auf Grundkenntnisse in Mathematik. Für Berufsausbildungen empfiehlt sich ein Eignungstest um Überforderung und Abbrüchen vorzubeugen. Es empfiehlt sich, direkte Vorgesetzte in den Entscheidungsprozess mit einzubeziehen.
In Frage kommende Kandidatinnen sollten persönlich angesprochen werden. Dabei ist auf Gerechtigkeit und Transparenz zu achten, damit kein böses Blut entsteht („die darf und ich nicht“).
Zur Auswahl der Teilnehmerinnen gehört auch eine umfassende Information über die geplanten Maßnahmen.

Information der Teilnehmerinnen und des Umfeldes

Am Anfang jeder Maßnahme steht eine Informationsveranstaltung im Unternehmen, bei der das ausgearbeitete Konzept vorgestellt wird und den Teilnehmerinnen als Infoblatt ausgehändigt wird (Zeit, Ort, Inhalte). Dabei wird auch der Mentor/die Mentorin vorgestellt. Ebenso sind Vorgesetzte eingeladen. Vertreter der Bildungsträger können die Inhalte vorstellen. Im Anschluss haben alle Beteiligten Gelegenheit, Fragen zu stellen.

In der Regel erfolgt die Anmeldung zur Qualifizierung ein paar Tage später. Bis zum Beginn der Maßnahme sollte ein Zeitpuffer von 2-3 Wochen sein. Das direkte Arbeitsumfeld der Teilnehmerinnen sollte über Umfang und Inhalt der Maßnahme und über die Abwesenheit der Teilnehmerinnen informiert sein.

Prüfungszulassung

Die Teilnehmerinnen der Nachqualifizierung für einen Berufsabschluss müssen von der Kammer zur Prüfung zugelassen werden (§ 40.2 BBiG).

Am Anfang einer Qualifizierungsmaßnahmen

Teamtraining

„Wir sind ein Team und haben das Ziel gemeinsam einen Abschluss zu machen oder ein Zertifikat zu erwerben.“
Das Teamtraining trägt wesentlich zum Gruppenzusammenhalt, zur Motivation und zum Durchhalten der Kursteilnehmerinnen bei.

Lerntechniken

Im Kurs „Lernen lernen“ werden den Teilnehmerinnen, deren letzte schulische Lernerfahrungen häufig lange zurückliegen, Grundlagen für erfolgreiches Lernen und Lernen im Team vermittelt.

Beide Kurse tragen entscheidend dazu bei, Unsicherheiten und Ängste abzubauen, so dass die Teilnehmerinnen voller Motivation an die fachliche Qualifizierung gehen.

Während der Qualifizierungsmaßnahme

Kontakt zwischen Bildungsträger und Unternehmen

Ein enger Kontakt zwischen Bildungsträger und Unternehmen ist wichtig, damit im Unternehmen ergänzend praktisch geübt werden kann, damit die Zeitplanung eingehalten wird und damit den Teilnehmerinnen bei Bedarf ausreichend Zeit und Unterstützung zur Prüfungsvorbereitung angeboten werden kann.

Mentoring

Über den Zeitraum der Ausbildung bietet die Mentorin regelmäßige Gesprächsgruppen an und steht bei Fragen und Schwierigkeiten unterstützend und vermittelnd zur Seite.

Bei Nachqualifizierungen für einen Berufsabschluss

Die Bildung von Lerngruppen zur gemeinsamen Vertiefung des theoretischen Lehrstoffes und zur Prüfungsvorbereitung hat sich als sehr erfolgreich erwiesen.
Ebenso hat es sich bewährt, den Teilnehmerinnen Prüfungsvorbereitungen anzubieten (z.B. am Samstag), als fachliche Vertiefung ebenso wie auch als mentale Einstimmung (wie gehe ich mit Prüfungsangst um?).

Nach der Qualifizierungsmaßnahme

Zertifikatsverleihung oder Freisprechung

Nach erfolgreichem Abschluss der Qualifizierung erhalten die Teilnehmerinnen ihre Zertifikate oder Facharbeiterbriefe im Rahmen einer betrieblichen Feierstunde feierlich überreicht. Damit zeigt das Unternehmen seine Anerkennung und Wertschätzung für das Geleistete und kann sich nach innen und außen in Sachen Fortbildung und Frauenförderung profilieren.